Essener Forum Baukommunikation: Konzept

Initiatoren

Universität Duisburg-Essen, Fachbereich Bauwissenschaften Renatus Widmann, J. Alexander Schmidt, zusammen mit der Unternehmensberatung MARKE + DESIGN Reinhard Jammers

Idee

Jedes Errichten eines Gebäudes, jedes Bauen oder Verändern einer Stadt oder von Verkehrswegen betrifft und prägt nachhaltig Menschen, Gesellschaft und Umwelt. Wissenschaften wie die Medizin, Soziologie, Psychologie, Pädagogik, Philosophie, Volkswirtschaften, Naturwissenschaften, und Rechtswissenschaften befassen sich seit jeher direkt oder indirekt mit den Folgen dieser Tätigkeiten. Sie verfügen über wissenschaftliche Erkenntnisse über die denkbaren und die tatsächlichen Auswirkungen von Planen und Bauen. Ein Dialog über diese Erkenntnisse mit den Planern und den Baufachleuten, die sie umsetzen könnten, findet aber kaum statt. Ein solcher Dialog ist aber notwendig, um die eigentliche Aufgabe von Planen und Bauen zu erfüllen: die Bedingungen des menschlichen Lebens zu verbessern.

Aufgabe und Ziele

Bisher gibt es keine Plattform, auf der alle, die mit dem Bauen zu tun haben, einen solchen Austausch mit Wissenschaftlern anderer Fachrichtungen führen können. Ebensowenig gibt es eine zentrale Dokumentation der Erkenntnisse der anderen Wissenschaften über die Folgen von Planen und Bauen. Auch an Hochschulen und sonstigen Forschungseinrichtungen existiert ein solcher Diskurs zwischen Baufachleuten und anderen Wissenschaftlern oder eine zentrale Dokumentation dieser Themen nicht. Den Studierenden wird in den Anwenderfächern wie Bauwesen, Architektur, Stadtplanung oder Raumplanung ein Bewußtsein von der wahren Dimension ihres Faches nicht vermittelt. Wer aber Bauwerke plant oder erstellt, muß sich, will er seine Arbeit gut machen, mit den sonstigen Grundlagen und Auswirkungen seines Schaffens auseinandersetzen. Ein Dialog mit Wissenschaftlern, die sich mit Prinzipien und Bedingungen der menschlichen Existenz sowie mit den Folgen des Bauens für Mensch, Gesellschaft und Natur befassen, drängt sich ebenso auf, wie das Schaffen eines Überblicks über die Erkenntnisse, die darüber bei den diversen Disziplinen vorliegen. Vor dem Hintergrund dieser Überlegungen wurde mit dem gemeinnützigen Verein „Essener Forum Baukommunikation“ ein Forum geschaffen, das auf der einen Seite den ständigen Austausch organisiert zwischen den Fachdisziplinen des Planens und Bauens und den Wissenschaften, die die Auswirkungen dieses Handelns auf Mensch, Gesellschaft und Umwelt erforschen.

Auf der anderen Seite ist es Aufgabe des Vereins, entsprechende Erkenntnisse diverser Wissenschaften zu suchen, zu sammeln, zu archivieren und zu dokumentieren.

Organisation und Arbeitsweise

Der gemeinnützige Verein "Essenener Forums Baukommunikation" ist eine private Einrichtung in gemeinsamer Trägerschaft der Universität Duisburg-Essen, des Fachbereiches Bauwissenschaften dieser Universität, der Fachhochschule Bochum, von Unternehmen der Bauindustrie, der Wohnungswirtschaft und der Projektentwicklung, dem Bundesverband der Deutschen Architekten – BDA-Ruhrgebiet, dem Deutschen Städtetag als Vertreter der Kommunen und anderen. Eine Liste der Mitglieder ist beigefügt. Andere Hochschulen des Ruhrgebietes sind in die Arbeit des Forums integriert und beteiligen sich aktiv. Diese Ausweitung über die Grenzen der Universität und des Landes wird kontinuierlich fortgesetzt. Damit ist eine Plattform geschaffen worden, die über die Grenzen des Faches und der Hochschule hinaus themen- und problemorientiert arbeiten kann, unabhängig von Lehrplänen, institutionellen Bindungen und Verpflichtungen.

Alljährlich wird ein Forum veranstaltet zu einem übergreifenden Thema mit Wissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen. Die Ergebnisse dieses Symposiums werden in einem Jahrbuch veröffentlicht. Begleitet wird die Arbeit des Forums durch Hörfunk und Printmedien. Das Forum wird ergänzt durch hochschulübergreifende Seminare mit Studierenden und Dozenten unterschiedlicher Hochschulen und Fakultäten. Das Ziel ist, die Notwendigkeit interdisziplinärer Kooperation in Forschung, Lehre und Praxis zu vermitteln und Impulse für einen Dialog der Wissenschaften zu geben. Die Ergebnisse dieser Veranstaltungen werden für den virtuellen Dialog ins Internet gestellt (www.essener-forum-bau.de).

In den Jahren 2004 - 2006 haben bereits 3 Veranstaltungen zu den Themen "Atmosphäre – Kommunikationsmedium der gebauten Umwelt" (2004), "Die leise Stadt" (2005) und "Stadt bis 130" (2006) unter Beteiligung zahlreicher Wissenschaftler aus unterschiedlichsten Fachrichtungen mit großem Erfolg und breiter Zustimmung stattgefunden. Die Publikationen zu diesen Veranstaltungen sind erhältlich.

Das vierte Forum wird zu dem Thema "Die schöne Stadt" am 08. November 2007 wiederum unter Beteiligung von Wissenschaftlern verschiedenster Fachrichtungen im stadtbauraum in Gelsenkirchen stattfinden (Programm)

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